Hereditäre Hämochromatose

Die HFE-assozierte Hämochromatose gilt in Deutschland als eine der am häufigsten auftretende Erbkrankheit. Spätschäden wie z. B. Leberzirrhose, Leberkarzinom oder Diabetes mellitus, die bei einer unbehandelten Hämochromatose auftreten, können durch eine frühzeitig eingeleitete Therapie (v.a. regelmäßiger Aderlass) oft verhindert werden. Wird die Hämochromatose vor der Manifestation irreversibler Organschäden erkannt und behandelt, zeigen Betroffene eine normale Lebenserwartung.

Als Hauptursache für diese häufige autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung des Eisenstoffwechsels (1:400) konnten Genveränderungen (Mutationen) im Hämochromatose-Gen (HFE-Gen, ehemals HLA-H) ermittelt werden. Bei etwa 80-90 % der Hämochromatose-Patienten findet man die Mutation C282Y homozygot (Heterozygotenfreuqnez ca. 5 %).  Bei den übrigen liegt meist eine Compound-Heterozygotie für die Mutationen C282Y/H63D oder seltener für C282Y/S65C vor. Diese Compound-Heterozygotie korreliert jedoch in den meisten Fällen mit einer milderen Form der Hämochromatose. Ebenfalls mit einer milden oder gar auch klinisch nicht relevanten Ausprägung ist bei einer Homozygotie für die häufigste Genveränderung 63D zu rechnen (Heterozygotenfrequenz ca. 20 %). Die in Nord- und Mitteleuropa seltener auftretende Mutation E168X ist sowohl bei einer Homozygotie als auch Compound-Heterozygotie mit der Mutation C282Y mit einer deutlich ausgeprägten klinischen Symptomatik assoziiert. Zu anderen Allelkombinationen liegen kaum gesicherte Erkenntnisse vor.
 

 

hh

Allelspezifische reverse Streifen-Hybridisierung (GenoType®HH [HAIN Lifescience GmbH]). Charakterisierung der Codons 282 (C/Y), 63 (H/D), 65 (S/C) und 168 (E/X) im HFE-Gens.

Bild oben: Nachweis der Mutationen C282Y und H63D (jeweils heterozygot = Compound-Heterozygotie)

Bild Mitte: Normalbefund

Bild unten: Nachweis der Mutation H63D (hezerozygot)