Laktose-Intoleranz / LCT

Laktose-Intoleranz (LI), auch als Milchzuckerunverträglichkeit, Laktosemalabsorption, Laktasemangel-Syndrom oder Alaktasie bezeichnet, ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Sie ist in Nordeuropa, den USA und Australien mit jeweils 0 - 20 % (in Nord- und Mitteleuropa durchschnittlich 5 %) am wenigsten verbreitet. Die höchste Verbreitung findet sich mit 80-100 % in Südamerika, dem südlichen Afrika und dem östlichen Asien.

Aufgrund eines Mangels an dem Verdauungsenzym Laktase kann bei betroffenen Menschen der mit der Nahrung aufgenommene Milchzucker, die Laktose, nicht verdaut werden.

Die genetisch determinierte, adulte (bei Erwachsenen) Laktose-Intoleranz war ursprünglich, wie bei allen anderen Säugetieren, die Norm. Lediglich während der Stillzeit hat das Enzym Laktase eine hohe Aktivität, danach geht diese auf 5-10 % ihres ursprünglichen Wertes zurück. In Populationen mit seit langer Zeit praktizierter Milchwirschaft erwiesen sich Mutationen, welche eine erhöhte und langandauernde Aktivität des Enzyms Laktase zur Folge haben, als vorteilhaft. Deshalb sind diese Mutationen in Nordeuropa, den USA und Australien heute weit verbreitet. Wer nicht Träger dieser Mutation(en) ist, hat demzufolge eine adulte Laktoseintoleranz aufgrund der Abnahme der Laktaseaktivität nach der Stillzeit. Es ist allerdings zu beachten, dass nicht immer die entsprechenden Beschwerden auftreten oder als störend empfunden werden.

Als Symptome einer Laktoseunverträglichkeit sind in erster Linie Verdauungsstörungen wie Blähungen und Durchfall zu nennen. Dies kann zu chronischen Entzündungen des Darmes führen, welche wiederum andere Krankheiten begünstigen.

Bei Verdacht auf das Vorliegen einer primär hereditären Laktose-Intoleranz kann ein Ausschluß oder eine Bestätigung am einfachsten anhand einer Genotypisierung erfolgen. Ein eventueller Nachweis dieser genetischen Prädisposition indiziert bei entsprechenden Symptomen eine streng Milchzucker-freie Ernährung, welche dem betroffenen Patienten ein dahingehend beschwerdefreies Leben ermöglicht. Bei Ausschluss einer primär erblichen Disposition kann bei entsprechenden Symptomen allerdings auch eine sekundäre (erworbene) Form der Laktose-Intoleranz vorliegen, die sich häufig als Begleiterscheinung oder infolge anderer primärer Erkrankungen der Magen-Darm-Trakts (z.B. akute Infektionen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Mb. Crohn, Colitits ulcerosa, Zöliakie u.a.) passager oder dauerhaft manifestiert.