MTHFR-Mutationen 677C>T und 1298A>C

Die Methylentetrahydrofolatreduktase (MTHFR) ist eines der wichtigsten regulierenden Enzyme des Homocystein- Metabolismus. Erhöhte Plasmakonzentrationen an Homocystein (Hyperhomocysteinämie) gelten als ein hauptsächliches Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und können aus Mangelernährung (Folatdefizienz) und/oder genetischen Veränderungen in Enzymen welche am Metabolismus von Methionin oder Homocystein beteiligt sind, resultieren. Die 5,10-Methylentetrahydrofolatreduktase (MTHFR) katalysiert die Reduktion von 5,10-Methylentetrahydrofolat zu 5-Methyltetrahydrofolat, die wichtigste zirkulierende Form von Folsäure und Methylversorger der Vitamin-B12-abhängigen Remethylisation von Homocystein zu Methionin.

Die verbreitete 677C>T Mutation im MTHFR-Gen bewirkt durch Thermolabilität eine verringerte Enzymaktivität und trägt zu erhöhten Plasmakonzentrationen an Homocystein in Verbindung mit einer Erniedrigung der Folat- Konzentration bei. Die Mutation 1298A>C im MTHFR-Gen reduziert die Enzymaktivität ebenfalls deutlich (wenn auch weniger als C677T) und hat damit ähnlich starke Auswirkungen auf die Homocystein-Konzentration (Effekt noch nicht ausreichend geklärt).

Homozygote Anlageträger für die Mutation 677C>T haben im Gegensatz zu Menschen ohne diese Mutation signifikant erhöhte Konzentrationen an Plasma-Homocystein und Folat in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sowie herabgesetzte Plasma-Folat-Konzentrationen. Die Mutation 1298A>C zeigte deutliche Veränderungen beim Plasma-Homocystein, aber nicht für die Konzentration an Folat im Plasma oder den roten Blutkörperchen (Erythrozyten).

Somit zeigen beide Mutationen Auswirkungen auf die Plasma-Homocystein-Konzentration.