Plasminogen-Aktivator-Inhibitor 1 / PAI-1

Der Plasminogen-Aktivator-Inhibitor 1 (PAI-1) ist ein Glykoprotein aus der Familie der Serinprotease-Inhibitoren (SERPIN1). Seine physiologische Funktion besteht hauptsächlich in der Inhibierung der Plasminogen-Aktivatoren  und Urokinase. PAI-1 hemmt somit die Fibrinolyse und nimmt als Regulator eine Schlüsselrolle in der Ausbildung stabiler Thromben ein, da deren natürliche Zersetzung gestört ist.

Der 4G/5G-Polymorphismus an Position -675 im Promotorbereich des PAI-1-Gens wird mit einer veränderten Proteinexpression assoziiert. Homozygote Träger des 4G-Allels zeigen einen ca. 25 % höheren PAI-1-Plasmaspiegel als homozygote Träger des 5G-Allels. Aufgrund der erhöhten PAI-1-Konzentration im Plasma haben homozygote Träger des 4G-Allels daher ein erhöhtes Thromboserisiko. Zusätzlich besteht offenbar eine Assoziation zwischen dem Allel A an Position -844 im PAI-1-Promotor und einer erhöhten Thromboseneigung. Das Allel G an Position -844 zeigte keine erhöhte Assoziation zu Thrombosen. Bei Thrombosepatienten treten die Allele -675 4G und -844 A im homozygoten Status gehäuft in Kombination mit der Faktor-V-Leiden-Mutation auf, da sie zu einer weiteren Erhöhung des damit verbundenen Thromboserisikos beitragen. Eine Genotypisierung dieser Polymorphismen sollte daher zur Einschätzung des Thromboserisikos ergänzend durchgeführt werden.

Auch die Neigung zur Metastasierung verschiedener Krebsarten und Korrelationen zwischen einer Insulinresistenz und dem Auftreten von Herzinfarkten in Zusammenhang mit dem PAI-1-Genotyp wurden beobachtet.